Start > Plastiktüten – Fluch oder Segen ?

Plastiktüten – Fluch oder Segen ?

Da musste ich doch heute auf der Titelseite(!) meiner Tageszeitung folgendes lesen: Australien schafft die Plastiktüten ab!

Das mag ja aus umwelt- oder energiepolitischer Sicht und auch im Hinblick auf den Klimawandel eine ganz tolle Idee sein, aber was bedeutet es für die Geocacher Australiens? Und wenn erst mal ein Land mit sowas anfängt, dann können wir schon ahnen, dass uns eines nicht allzu fernen Tages das gleiche Schicksal erwartet. Hier passt vielleicht in leicht abgewandelter Form ein berühmter Spruch der Geschichte:
Ein kleiner Schritt für die Menschheit, eine Katastrophe für die Geocacher!

Was aber macht denn nun der Geocacher, der von Gesetzes wegen seines liebsten Verpackungsmaterials beraubt wurde?

Jutetaschen kommen wohl nicht in Frage, denn wer schon mal einen Cache von ….. gefunden hat, der seine Caches in Wolldecken einzuhüllen pflegt, der weiß, das das nicht viel bringt. Sorry, ….., das musste jetzt mal sein, ist nicht böse gemeint, deine Caches sind sonst wirklich toll.

Allerdings sollte man sich doch wirklich mal Gedanken machen, ob wirklich immer mehrere Lagen Kunststoff erforderlich sind, um einen Cache zu schützen (vor was eigentlich?)? Wenn man einen gut schließenden Behälter benutzt (PETling, Lock&Lock) und dazu noch ein einigermaßen gut gegen Hoch-, Grund- und Niederschlagswasser geschütztes Versteck wählt, dann kann man durchaus auf zusätzliche Umhüllungen verzichten.
Ja, ich weiß, meine eigenen Caches sind auch noch nicht alle tütenfrei, aber ich arbeite daran.

Man kann ja auch nicht sagen, dass Plastiktüten den Cache wirklich vor Nässe oder Feuchtigkeit schützen. Und wenn erst mal Wasser drin ist, dann verhindern die Tüten ganz sicher, dass es  wieder rauskommt. Schneller als man glauben mag, hat sich dann um den und im Cache ein kleines Biotop entwickelt, das zwar eklig ist aber manchmal auch schon schützenswert. Es entwickeln sich dort Lebensformen, die man sonst nur aus Klärgruben oder Abwasserkanälen kennt.

Und wenn die Naturschutzbehörden erst mal merken, welche biologischen Kleinode wir Geocacher zerstören, nur um an ein nasses Logbuch zu kommen, dann wird unser Hobby sicher schneller verboten, als die Herstellung und die Benutzung von langsam oder gar nicht verrottenden Plastiktüten.
Wir sollten schneller sein und Plastiktüten von unseren Caches entfernen, vielleicht kann man dann irgendwann auch mal ohne Handschuhe einen Cache bergen.


Allgemein, Ausrüstung
,

  1. 12. Januar 2008, 12:30 | #1

    Oha, eine pseudo-kritische CO2-Diskussion. ;-)

    Ich stimme dir aber in sofern zu, dass Plastiktüten um Dosen eher sinnbefreit wirken. Hingegen sind die marktweib’chen Umhüllungen im Dithmarscher Umfeld, die in aufwändigen, nächtlichen, mundgeklöppelten Aktionen hergestellt wurden, eine echte Bereicherung für die Geocaching-Szene. Sie bestehen aus ordinärem Unkraut-Vlies aus dem Bau- oder Gartenmarkt und dienen eher der Tarnung, als das sie eine willkommene Heimat für Schnecken und anderes Getier darstellen.

    Fazit: Nachahmenswert!

  2. 13. Januar 2008, 11:53 | #2

    Plastiktüten sind dazu da, den Cache nass zu halten und vorher trockene und saubere Cacherhände einzusauen ;-)
    ksmichel

  1. Bisher keine Trackbacks