Naturschutz versus Geocaching
Es ist doch schon seltsam. Unsere heutige Gesellschaft entfernt sich immer weiter von der Natur. Immer weniger Zeit wird in der freien Natur zur Erholung verbracht. In Zeiten von Spielekonsolen und “spannenden Gerichts-Shows” am Nachmittag setzt ja niemand mehr freiwillig einen Fuß vor der Tür.
Und in der vergangenen Zeit müssen Geocacher immer wieder Gegenwind durch die Naturschützer aushalten. So waren es erst im Herbst 2007 die Fledermaus-Schützer des Naturschutzbund Deutschlands (NABU), die um Rücksicht bei der Schatzsuche baten, dann folgte das Bundesamt für Naturschutz mit einer – wie ich finde – durchaus verständnisvollen Stellungnahme (ksmichel berichtete bereits) und nun muss ich in einem Log zum Nachtcache “Die drei ??? und der Fluch des Rubins” (GCM8PH) lesen, dass der NABU sich erneut zu dem Thema Naturschutz äußert:
Sie wissen bestimmt, dass in Naturschutzgebieten das Wegegebot gilt. Mit dem Spiel verleiten Sie die Mitspieler zum Verletzen der Naturschutzbestimmungen, was wir bestimmt nicht gutheißen können.
Passt diese Meinung in unsere Zeit, in der Waldkindergärten wie Pilze aus dem “Waldboden” schießen? Ist die Gefährdung der Natur wirklich so enorm durch einige wenige Geocacher, die alle paar Wochen einmal durch den Wald schreiten?
Ich bin nicht der Ansicht, dass sich Naturschutz und Geocaching beißen. Wir zumindest traben nicht wie die Axt im Walde durch den Wald, sondern bleiben auf den Wegen, soweit es geht. Wenn es nicht geht, dann versuchen wir uns so vorsichtig wie möglich durchs Unterholz zu kämpfen.
Die Waldkindergärten sind nicht das Problem, denn tagsüber ist auch der Wald wach. Und die Kinder kriechen auch nicht durch die abgelegensten Ecken.
Ich habe neulich einen (sonst total toleranten und friedlichen) Förster aus BaWü getroffen, der am liebsten mit der Flinte auf Geocacher angelegt hätte, die er nachts mit Terrorstirnlampe ausgestattet aus einem Naturschutzgebiet, das gleichzeitig nachweislich ein Rückzugsgebiet des Haselhuhns ist, gezerrt hatte.
Ich finde da machen sich Cacher oft zu wenig Gedanken. Das gleiche gilt übrigens auch für Naturschützer, die jeder seltenen Vogelart nachstellen, um sie zu “beobachten”.
Ich werde meine drei noch aktiven Dosen diesen Herbst entfernen und einmotten. Das kann ich nicht unterstützen.
Hallo,
der Eingangsartikel ist zwar schon sehr alt – aber immer noch aktuell. Ich war erstmalig an einem Geocaching im Rahmen eines Geburtstags beteiligt. 2 öffentliche und 4 private Caches waren in einem Naturschutzgebiet versteckt und wir waren eine große Gruppe – ca. 20 Leute.
Man ist ausgelassen und am Herumalbern, man ist laut und ich glaube, bei größeren Gruppen bleibt es gar nicht aus, dass man sich im Grunde wirklich wie die Axt durch den Wald bewegt. Insbesondere am Ziel sucht man halt auch links und rechts vom Weg und wenn 10 Leute das gründlich tun, dann spätestens fallen auch Barrieren, man guckt vielleicht nochmal hinter einem Zaun oder mitten im Maisfeld und wenn einer dann mahnt: Lasst uns nicht alles zertrampeln – dann hört auf den sowieso niemand mehr.
Ich werde oft angehalten, weil ich meinen Hund nicht anleine – der allerdings bleibt immer auf den Hauptwegen und ich kann ihn problemlos von Rehen, Hasen u. dgl. zurück rufen und tue das auch. Ins Unterholz lasse ich ihn nie.
Eigentlich hätten wir Geocacher an die Leine gehört, der einzige, der nicht alles zertrampelt hat, war nämlich mein Hund.