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Wherigo – Erfahrungen mit der neuen Technik

Die neue Art des Cachens? Anfang 2008 hat Groundspeak die Wherigo-Technik auf den Markt gebracht. Eine digitalisierte Version eines Multi-Caches oder einer GPS-gestützten Stadtführung. Statt einer Cachebeschreibung trägt man die neue GPSr-Generation der Firma Garmin oder einen Pocket PC in der Hand. Anhand der GPS-Signale erkennt dann das Gerät, ob man sich an dem richtigen Ort befindet und gibt eine Aufgabe, Information oder eine Meldung aus.

Für viele Geocacher von uns wirkt diese Technik möglicherweise befremdlich, so richtig “handgemachtes” Geocaching ist das ja nicht mehr. Aber Wherigos können auch ein Potential haben, das wir möglicherweise noch gar nicht erahnen. Warum nicht einen Multi mit ein wenig Untermalung auf dem Bildschirm oder per Tonausgabe (nur beim Pocket PC) attraktiver gestalten?

Nachdem ich mir nun die entsprechende Hardware zusammengestellt habe und die ersten Erfahrungen bei zwei Wherigos in Schleswig-Holstein gesammelt habe (GC1EZ9W, GC19JBZ), ging es daran, auch mal eine Cartridge (so werden die Programme genannt) zu erstellen.

Zum Erstellen der Cartridges stellt Groundspeak eine Software zur Verfügung, den sogenannten Builder. Beim ersten Aufruf wird man zunächst erschlagen von Begriffen, die man nicht so recht zuordnen kann. Um einen ersten Eindruck zu erhalten, was sich hinter den einzelnen Kategorien (Zones, Items, Charakters, Tasks, Timers, Variables, Media und Inputs) verbirgt, kann das Wherigo-Tutorial vom Team Gummiseele gute Hilfestellung bieten.

Auch die Tipps von m.zielinski zur Installation der Software und zum Erstellen von Wherigos seien hier ausdrücklich empfohlen. Ernst Bratz hält auf seiner Internetseite auch neben seinen eigenen Erfahrungen ein paar technische Details vor.

Im zweiten Schritt hilft wohl nichts anderes, als einfach ein wenig zu probieren. Man erstellt zunächst ein paar Zonen, in denen sich bestimmte Aktionen ereignen sollen. So kann z.B. das Betreten einer Zone das Aktivieren einer anderen Zone auslösen, es können Mitteilungen ausgegeben werden oder Fragen an den Benutzer gestellt werden (typisches Question-to-Answer-Szenario).

Mehrere Tage habe ich zunächst damit verbracht, die verschiedenen Zusammenhänge zu erforschen, bis ich dann endlich angefangen habe, ernsthaft eine Cartridge zu erstellen. Hier habe ich den Anspruch gleich hoch angesetzt, es sollte ein Stadtrundgang werden, der neben Fragen an den Benutzer auch ein paar Hintergrundinformationen mit Bildern beinhalten sollte.

In dem integrierten Emulator kann man den Ablauf des Wherigos am PC emulieren. Eine kleines Männchen auf einer GoogleMaps-Karte kann bewegt werden, um die Ereignisse zu steuern. Das hat sich als durchaus hilfreich erwiesen.

Nach guten drei Tagen Recherche, Bildbearbeitung und Programmierung konnte ich die Cartridge dann in der Praxis testen. Zu diesem Zeitpunkt war ich durchaus überrascht. Die Wherigo-Foren sind gut gefüllt mit kritischen Anmerkungen zu der Builder-Software im Beta-Studium. Regelmäßig wird über die Instabilität und Programmfehler berichtet. Diese sind mir zwar ab und an auch untergekommen, hätte ich mir aber schlimmer vorgestellt. Hier gilt es – wie im üblichen PC-Alltag auch: regelmäßige Datensicherungen anlegen.

Der praktische Test der Cartridge lief gut, die Zonen wurden allesamt gut erkannt. Einzig die Navigation zu den einzelnen Zonen finde ich unglücklich. Der Richtungsanzeiger in der rechten unteren Ecke einer Zonen-Detail-Ansicht und die Entfernungsangabe empfinde ich als zu klein. Hier hätte ich mir eine schöne Kompassrose gewünscht. Auch ksmichel hat diesen “Zustand” schon vor einiger Zeit bemängelt.

Kurz vor Schluß passierte es dann doch noch. Die auf dem Pocket PC installierte Abspielsoftware (Wherigo Player) stürzte ab. Das bedeutete für mich nun, dass mein bis dahin zurückgelegter Weg umsonst war. Diese Cartridge ist so programmiert, dass man den Cache am Ende nur finden kann, wenn man alle Stationen durchweg besucht hat.

Hier habe ich nun im Nachhinein nachgebessert. Nach jeder Station an der eine Interaktion durch den Benutzer erforderlich ist, wird das Spiel gespeichert. So muss im Falle eines Absturzes allenfalls nur noch eine Zwischenstation aufgesucht werden, um fortzufahren. Das ist eben der Preis einer Software (im Beta-Stadium) und muss wohl so hingenommen werden, wie beim “normalen” Multi eine gemuggelte Dose.

Rückwirkend bleibt also festzuhalten, dass die Software insgesamt besser funktionierte als gedacht. Programmabstürze sind ärgerlich, halten sich aber im Rahmen. Die Cartridge sollte nicht zu groß werden, hier besteht insbesondere bei den eingebundenen Bildern eine Optimierungsmöglichkeit. Die Abspielgeräte scheinen aber offenbar derzeit noch Probleme mit der Speicherkapazität zu haben. Im Verlaufe des Wherigo wird die Software manchmal etwas träge. Vielleicht lässt sich dies auch noch durch ein wenig verfeinerte Programmierung verbessern.

Mein Fazit: mit Wherigo kann man sicherlich spannende EDV-gestützte Caches erstellen. Bis diese aber die Qualität eines Computer-Adventures erlangen, muss auf Hard- und Software-Seite noch kräftig nachgerüstet werden. Die wahre Stärke eines Wherigo zeigt sich aber erst mit der Kreativität des Programmiers und nicht mit der Qualität der Software.

Aber das ist bei der Qualität von Caches ja genauso.


Ausrüstung, Software, Wherigo
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  1. fein
    5. September 2008, 09:14 | #1

    Leider hatte ich bisher nur einmal die Gelegenheit einen Wherigo Cache durchzuspielen (GC19QQ4) der auch bisher 89 Funde hat. Überraschend schnell waren die Vorbereitungen am PDA getroffen. Sprich, Player runterladen und installieren, Cartridge runterladen und in den Player einbinden, und natürlich nicht genau die Anleitung lesen wie das Programm funzt. Im Zug hab ich dann erstmalig die Cartridge in das Programm eingelesen und oh Wunder, alles funktioniert fast von allein. Die GPS Verbindung stellte sich von allein ein und die Unit war “ready to go”. Alles Super. Na fast super. Was ich natürlich vergessen habe, wenn der Player läuft sind ohne Com-Port-Splitter alle anderen Programme vom GPS getrennt. Aber auch das war schnell gelöst und so stand dem “Adventure” nichts mehr im Wege. An der Startlocation angekommen nahm das Programm brav seinen Dienst auf und führte mich zuverlässig durch die Zwischenstationen. Die Navigation erwieß sich allerdings in den Häuserschluchten als etwas schwierig, da der Mininavigationspfeil wild die Marschrichtung änderte. Alles im allem war es aber eine interessante Art ein paar Sehenswürdigkeiten kennenzulernen und sein Lieblingsspielzeug (GPS) mal anders einzusetzen. Ich freu mich schon auf den nächsten Wherigo.
    Gruß in den Norden,
    Stefan (fein)

  1. 12. Januar 2009, 19:12 | #1